Mit der fortschreitenden Digitalisierung steigt die Komplexität der IT-Infrastrukturen – und damit auch das Risiko unkontrollierter Zugriffe auf sensible Unternehmensbereiche. Die novellierten Bankaufsichtlichen Anforderungen an die IT (BAIT) stellen deshalb klar: Die Steuerung relevanter Zutrittsrechte gehört unter die Verantwortung der Informationssicherheit. Dieser Paradigmenwechsel unterstreicht die Bedeutung eines professionellen, risikoorientierten Berechtigungsmanagements – nicht nur für den Schutz von Daten, sondern als Bestandteil gelebter Compliance.
Ganzheitlicher Ansatz – Berechtigungen als Compliance-Thema
Ein modernes Identitäts- und Rechtemanagement umfasst mehr als nur IT-Zugriffsrechte. Es steuert den Zugriff auf den gesamten Informationsverbund – von Geschäftsprozessen über IT-Systeme bis hin zur Gebäudeinfrastruktur. Dabei steht nicht nur der Schutz vor externen Angriffen im Fokus, sondern auch die Sicherstellung interner Transparenz und Nachvollziehbarkeit. Rollenbasierte Zugriffsmodelle mit klar definierten Genehmigungs- und Kontrollmechanismen bilden die Grundlage für ein regelkonformes, auditierbares Management von Berechtigungen.
Need-to-know, Funktionstrennung und Kontrolle über den Lebenszyklus
Im Zentrum eines sicheren Berechtigungsmanagements stehen das Need-to-know-Prinzip und eine wirksame Funktionstrennung. Technische Maßnahmen zur Trennung kritischer Rollen sollten dort umgesetzt werden, wo organisatorische Maßnahmen allein nicht ausreichen. Zudem gilt: Jedes Recht – ob personalisiert, technisch oder privilegiert – muss über den gesamten Lebenszyklus hinweg dokumentiert, überprüft und bei Nichtbedarf konsequent entzogen werden. Dies betrifft auch Sonderrechte, die temporär vergeben wurden und ein erhöhtes Missbrauchsrisiko bergen.
Privilegierte Rechte – besondere Sorgfalt erforderlich
Gerade privilegierte Berechtigungen erfordern eine besonders restriktive Handhabung: zeitliche Befristung, enges Monitoring und klare fachliche Begründung sind unabdingbar. Die BAIT fordern explizit, dass diese Rechte nur im unbedingt notwendigen Umfang und stets überprüfbar vergeben werden dürfen – idealerweise über ein zentrales, institutsweites Berechtigungssystem mit lückenloser Historie.
Transparenz durch Protokollierung und regelmäßige Rezertifizierungen
Ein effektives Monitoring- und Protokollierungssystem ist der Schlüssel zur Erkennung von Unregelmäßigkeiten. Ergänzend müssen sämtliche Berechtigungen regelmäßig rezertifiziert werden – risikoorientiert, revisionssicher und nachvollziehbar. Nur so lassen sich fehlerhafte oder überholte Rechte identifizieren und schnell entfernen.
Fazit
Die BAIT machen deutlich: Identitäts- und Rechtemanagement ist heute ein strategischer Bestandteil der Informationssicherheit – und damit der Unternehmenscompliance. Wer Risiken reduzieren und regulatorischen Anforderungen gerecht werden will, braucht ein zentrales, prozessorientiertes Berechtigungsmanagement, das Rollen, Prozesse und Prüfmechanismen sinnvoll integriert. Institute, die hier frühzeitig investieren, sichern nicht nur ihre IT-Systeme, sondern auch das Vertrauen von Kunden, Partnern und Aufsicht.
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